Mein Thema auf der re:publica oder wie man in 30 Minuten 2000x Kompetenz sagen kann

Ein Novum in diesem Blog, ein absolutes totales Obernovum: Ich blogge live, über einen Vortrag, der mein Thema gekapert hat. Fragen werden aufgeworfen über Kompetenzen, die ich gestern auf der PixoonaBuzz-Tour bereits beantwortet habe. Von Andreas Schleicher vom Directorate for Education and Skills der OECD, einem der Verantwortlichen der PISA-Studie, wird der selbe altbackene Kompetenz-Quark zusammengerührt, der noch heute den Lesern vergangener OECD-Studien aus den Ohren herausläuft. Hohe Anforderungen, ständige Leistungsevaluation, Kompetenzen entwickeln, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, wer im Glashaus sitzt hat Gold im Mund etc.

„Kompetenz ist die Währung des 21. Jahrhunderts, aber mit hoher Inflation“ sagt er stolz in den Raum hinein, als wohne diesem Satz irgendeine Bedeutung inne. Man könnte lachen, wenn es nicht so erschreckend wäre. Ich werde jetzt noch ein bisschen darauf warten, ob er erklärt, wie man mit hohen Anforderungen und ständiger Evaluation kleinen Menschen Kompetenzen in den Kopf prügelt, unter Anderem die Kompetenz kreativ zu denken. Ich fürchte nur, ihm fällt der Widerspruch schon lange nicht mehr auf, wenn er ihn überhaupt je erkannt hätte. Alles in Allem komme ich mir vor wie bei der Charakter-Erstellung in einem Rollenspiel, wo ich 20 Credits bekomme, um meine Fähigkeiten zu entwickeln. Ein Trauerspiel.

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