Die Enttäuschung sitzt tief…

Bianca hat auf ChiliConCharme zu einer Blogparade aufgerufen. Wie könnte ich mich dem entziehen?

“Wir müssen begreifen, warum digitale Vernetzung nicht in die Demenz führt, sondern Teil der Lösung all unserer Probleme ist, warum sie dafür die Lernrealität der Kinder durchdringen muss und warum unser gegenwärtiges Bildungssystem das nicht leisten kann. Und natürlich auch, wie wir es richtig machen müssen.”

Das ist die von mir ausgedachte Motivation für ein Publikum, meinem Vortrag zu lauschen. Ist das nicht genug? Wieso darf ich nicht? Was ist an meinem Vortrag nicht veranstaltungstauglich? Warum passt er nicht ins Programm?

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Pisa Bolognese – Neue Wege in den Abgrund

Deutschland verblödet, da gibt es kein Vertun, das haben wir schriftlich. Was wir aber nicht schriftlich haben ist, warum Deutschland verblödet. Klar, diversen Bundespräsis ruckt es zu wenig in den Kuschelecken unserer Schulen, oder es gibt zu wenig deutschsprachigen Islam-Unterricht. Aber das war ja früher nicht anders, als wir noch die Bildungselite dieses Sonnensystems produzierten. In den Schulen hat sich seither nichts geändert, folglich müssen die Probleme andernorts zu finden sein, wo Kindern Bildung widerfährt, nämlich Zuhause.

Ein besonders einschneidender Moment in der Kinderaufzucht ist jener Zeitpunkt, an dem das Kind seinem aktiven Wortschatz die Vokabeln ›wieso‹, ›weshalb‹, ›warum‹ hinzufügt, denn dann wird gefragt, bis der Gefragte klein beigibt. Hier werden die Weichen für zukünftiges Forschungsverhalten des Kindes gestellt, denn wir wissen aus zuverlässigen Quellen, die aus Gründen des Datenschutzes an dieser Stelle nicht genannt werden wollen, dass Kinder situativ lernen und ihre Lernstrategie anhand ihrer Erfolge wie auch Misserfolge anpassen. Aus der PISA-Studie der OECD wissen wir aber auch, dass deutsche Kinder in ihren Anpassungsstrategien international hinterherhinken. Daher ist es an der Zeit, diese Defizite anhand des folgenden Beispieldialogs zu untersuchen. In diesem Szenario unterhält sich ein zunächst geschlechtsloses Elternteil mit einem ebenso geschlechtslosen Kind im Kindergartenalter.

»Du musst jetzt ins Bett.« – »Warum?« – »Es ist schon spät.« – »Wieso?«

Hier verläuft in der Regel der erste Kommunikationsbruch, weil dieser Sachverhalt auf die Schnelle nicht kindgerecht zu erklären ist. Also geht’s einfach irgendwie weiter:

»Du musst morgen wieder früh raus.« – »Warum?« – »Weil Kindergarten ist.« – »Warum?« – »Weil morgen Dienstag ist.« – »Warum?« – Weil heute Montag ist und der Tag nach dem Montag nun einmal Dienstag heisst.« – »Warum?«

Und ehe man sich’s versieht hat man eine Diskussion über Sprachgeschichte am Hals, ein äußerst undankbares Thema, wenn man Vierjährige ins Bett bringen möchte.

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Der Faktencheckadigga tweetet Plumperquatsch

Hurra! Endlich ist die Idee des Fernsehduells so verdorben, dass sie auch bei uns mehr und mehr Fuß zu fassen vermag. Sogar die eher subnationale B-Prominenz der Ministerpräsis und Provinzbürgermeister darf sich gegenseitig auswendig gelernte parteiprogrammatische Floskeln aufsagen. Und wie es unsere moderne Welt so will, wird dieser belanglose Quatsch auch noch per Twitter von SM-affinen Parteisoldaten derart zum politisch relevanten Event hochgejazzt, dass mir beinahe das Smartphone ins Klo gefallen wäre. (Keine Sorge, verehrte Follower, ich schreibe nichts auf dem Klo, ich lese dort nur. Meine Tweets und Blogeinträge sind klofrei).

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re:publica re:dux – Part 2

Hier werden die gesammelten Umsätze der Grill- und Getränketheken gegen schmales Geld den Eigentümern wieder zugeführt.

Der zweite Teil meiner re:publica 12 Berichterstattung, in welchem ich den Nerdkönig über den grünen Klee lobe, weil er inhaltlich “spot on” ist, obwohl er das zu unscharf und schwurbelig verpackt.

Einer der wichtigsten Aspekte auf einer Veranstaltung wie der re:publica ist ja das… nee, ich muss kurz mal zurückspulen. Das vielleicht wichtigste an einer Veranstaltung wie der re:publica ist, dass es einem gelingt, den Leuten, die da nicht hingehen, zu erklären, was das für eine Veranstaltung ist und warum man da hingeht (und sie eben nicht). Ich hatte beinahe darum gebeten, dass man mir das im Vorfeld so erklärt, dass ich’s weitererzählen kann, aber irgendwie mache ich das doch lieber selber.

Nächstes Jahr.

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Die Piraten in unseren Köpfen

Ein bisschen mehr nachdenken und nicht so viel hudeln, bitte.

Erst jüngst hatte ich in einem Anfall von Selbstreflektion bemerkt, dass ich der letzten Bundestagswahl den Zustand der politischen Parteien messerscharf analysiert hatte und wollte mich darauf auf mein Politkorrespondentenaltenteil zurückziehen.

Eine neue Partei ist aufgetaucht, die tatsächlich einiges anders machen möchte, die Kompetenz von den Kompetenten einholt und sich breite Meinungsbilder zu Gemüte führt, diese verdaut und in Politik für ihre Wähler umzuwandeln gedenkt. Lauter Dinge, die einer Demokratie  gut zu Gesicht stehen, vor allem einer, die von Parteikaspern angeführt wird, deren einzige Kompetenz darin zu bestehen scheint, neuen Trends hinterherzulaufen, um sich genügend Stimmen sichern zu können, damit es die nächsten vier bis fünf Jahre mit dem Trends hinterherlaufen auch wieder klappt. Zwischendurch muss man auf hohle Fragen sinnleer antworten und dabei möglichst unverbindlich bleiben – sonst holt einen das Gesagte womöglich wieder ein, wenn es nicht mehr trendy ist. Und natürlich muss man spontan und sofort zu allen Themen sachkundig klingendes in Form einer Expertenmeinung äußern können.

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Hoheit belieben zu deuten…

Da wollte ich einen ganz charmanten, blitzgescheiten, wortgewandten Artikel über mein ganz persönliches Sommerloch verfassen und dann das…

Warum ich dazu was sagen muss hat einerseits damit zu tun, dass mein Sohn derzeit in einem Zeltlager ähnlicher Provenienz weilt und ich bei dem Gedanken, es hätte auch jenes in Utøya sein können, Schüttelfrost und zittrige Hände bekomme. Andererseits ist es es aber das unfassbar geistlose Gequassel in Medien und Foren, das mir den Kamm schwellen lässt. Ja, ja, ich weiß – auf SPON Kommentare lesen sollte man nur aus anthropologischen Gründen und mit viel Abstand zu den kommentierten Ereignissen, aber manchmal falle ich eben darauf rein. Und da tummeln sie sich, die Waffenfreunde und -feinde, die Religionsapologeten und Atheisten und alle brabbeln sie ein undurchdachtes Durcheinander in den Äther, dass ich mich übergeben möchte.

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Und nun?

Wohin soll die Reise gehen?

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig überwältigt bin. Dachte ich bis letzte Woche noch, ich könnte hier ganz unbehelligt auf meiner Blogwolke herumlümmeln und gelegentlich kleine Giftpfeile über den Rand werfen, wurde ich von ungeahnter Resonanz und daraus resultierender Erkenntnis heimgesucht: Menschen lesen meinen Blog! Echte Menschen! Und Prominente! Und Trolle.

Früher dachte ich immer, dass diese Gelüste nach fünfzehn Minuten Ruhm, von denen Andy Warhol sprach, nur vom Fernsehen befriedigt werden könnten, aber damit war es wohl spätestens nach Aufkommen der Privatsender vorbei, weil da immer alle was anderes geguckt haben als die fünfzehn Minuten des Nachbarn. Und Ruhm ohne Zuschauer ist eben eine zweifelhafte Sache. Mittlerweile ist Fernsehen ohnehin auf dem Weg, den der Zirkus schon lange hinter sich gelassen hat. (Für alle jungen Leser: Zirkus war eine Tier- und Akrobatikshow in einem zugigen Zelt, in das man seine Kinder mitnahm, um seine eigene nostalgische Wehmut zu bedienen.)

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Der König ist tot – lang lebe der König

Wo ist die Krone? Wo ist die KRONE???

Unlängst weilte ich zwecks Wahrung der öffentlichen Sache an König Saschas Hof und berichtete darüber. Leider hatte ich es versäumt mich rechtzeitig um eine Audienz zu bemühen, denn ein Herrscher, der sich ganz ungeniert mit “Gockelfrisur, Halbargentinier, Feminist, für mich völlig selbstverständlich und logisch” beschreibt, ist einer, den man kennenlernen sollte. Seither verfolge ich sporadisch seiner Majestät Dekrete, die er durch den Herold, womöglich gar den Seneschall unter den digitalen Medien verbreiten lässt. Und normalerweise denke ich mir was dazu, wie “och, ja, kann man so sehen” oder “pfff, hmmm, naja”, mal auch “ach, herrje” und manchmal ist sogar ein “hihi” dabei. Alles in Allem sind des Königs Ausführungen genau so wie man sie von einem mit etwas Verstand gesegneten Potentaten erwarten darf: mit schön recherchierten Bonmots garniert, um kulturgeschichtliche Zitate gerankt, meist ohne erkennbare Position, ein bisschen um Aufmerksamkeit heischend, dabei immer scharfzüngig und zum Mitschunkeln.

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Wer hat verpennt?

...ist es wirklich schon so spät?

Heute ist kein schöner Tag zum Schreiben. Zu furchtbar waren die Erlebnisse, die es zu beschreiben gilt. Und voller Zorn zu schreiben ist selten eine gute Idee. Aber leider war das Gespräch, welches diesen Tag so gräulich tünchte, auch schon keine gute Idee, weshalb der Hauch der Hoffnung auf ein besseres Nicht-mehr-Heute nachvollziehbar sein müsste.

Verwirrt? Irritiert?

Bin ich auch. Aber ich erkläre mich… jetzt!

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#undercover @re:publica XI – 3

Die Zukunft der Menschheit

Habe geträumt, dass die Reise per Materietransporter von Oldenburg nach Berlin nur eine halbe Stunde länger dauert als mit dem ICE. Schlimmer noch als beim Fliegen muss man durch irgendwelche Securitychecks, damit man nicht versehentlich oder aus terroristischer Absicht heraus nicht beambares Material wie Antimaterie oder eine Halbliterflasche Bonaqua bei sich führt. Nach dem Beamen muss man in eine Abkühlkammer, wo man mit anderen Reisenden darauf wartet, dass die gestressten Elektronen wieder ihren Standardorbit einnehmen. Ich will mein Fliwatüt.

Der Beginn des zweiten Tages findet nahtlos den Anschluss an die Perturbationen des Vortags. Ich hatte mich für Vorträge zum Thema Jugendkultur, Spiele und #gamification entschieden, weil das so klang, als könnte das interessant sein. War’s aber nicht. Erstens war auch hier Ariadne im Labyrinth des Minotaurus Mutter des Fadenziehens und nicht die rote Zora, zweitens, noch viel schlimmer, schienen die Vortragenden von der Beziehung zwischen ihrem Vortragsthema und der digitalen Gesellschaft erstaunlich wenig zu ahnen. So plätscherte die re:publica bis zum Mittag des zweiten Tages vor sich hin, bevor sie unerwartet an Fahrt und Substanz aufnahm.

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