Die Enttäuschung sitzt tief…

Bianca hat auf ChiliConCharme zu einer Blogparade aufgerufen. Wie könnte ich mich dem entziehen?

„Wir müssen begreifen, warum digitale Vernetzung nicht in die Demenz führt, sondern Teil der Lösung all unserer Probleme ist, warum sie dafür die Lernrealität der Kinder durchdringen muss und warum unser gegenwärtiges Bildungssystem das nicht leisten kann. Und natürlich auch, wie wir es richtig machen müssen.“

Das ist die von mir ausgedachte Motivation für ein Publikum, meinem Vortrag zu lauschen. Ist das nicht genug? Wieso darf ich nicht? Was ist an meinem Vortrag nicht veranstaltungstauglich? Warum passt er nicht ins Programm?

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re:publica re:dux – Part 2

Hier werden die gesammelten Umsätze der Grill- und Getränketheken gegen schmales Geld den Eigentümern wieder zugeführt.

Der zweite Teil meiner re:publica 12 Berichterstattung, in welchem ich den Nerdkönig über den grünen Klee lobe, weil er inhaltlich „spot on“ ist, obwohl er das zu unscharf und schwurbelig verpackt.

Einer der wichtigsten Aspekte auf einer Veranstaltung wie der re:publica ist ja das… nee, ich muss kurz mal zurückspulen. Das vielleicht wichtigste an einer Veranstaltung wie der re:publica ist, dass es einem gelingt, den Leuten, die da nicht hingehen, zu erklären, was das für eine Veranstaltung ist und warum man da hingeht (und sie eben nicht). Ich hatte beinahe darum gebeten, dass man mir das im Vorfeld so erklärt, dass ich’s weitererzählen kann, aber irgendwie mache ich das doch lieber selber.

Nächstes Jahr.

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re:publica re:dux – Part 1

Eine der Personen in diesem Bild wird möglicherweise von ihren Freunden Mogli genannt. Vielleicht aber auch nicht.

Der Auftakt meiner re:publica 12 Berichterstattung: eine würdige Keynote, Monster unter Möbeln und ein ziemlich langer Anfangssatz.

War ich im letzten Jahr bei meinem ersten re:publica-Besuch noch ein 2.0-Toddler (Lehnwörter aus dem Anglo-Normannischen Sprachraum sind heuer wieder enorm en vogue), staunend mit der Neuralisierung des synaptisch fordernden Informationsangebots beschäftigt und erst nach Tagen imstande, diese kognitive Transformation, die einer marvelschen Superheldenwerdung gleich gekommen wäre, hätte sie mir Superkräfte beschert, mühevoll in wohlfeile Worte zu kleiden, so fällt es mir nach der letztjährigen Initiation dank eines der Verleihung einer digitalen Citizenship sich zumindest verwandt anfühlenden rituellen Erkenntnisgewinns nicht mal ansatzweise schwer, diesen Hemingwaynesken Anfangssatz, schnörkelbehaftet zwar, doch dabei nicht minder elegant zu Blogge zu tragen (wem der Name Hemingway nichts sagt, der möge sich ein paar atemlose Sätze Sven Regeners reinziehen, der sich unlängst fernab der lesenden oder Musik kaufenden Gesellschaft als Gegner erotischer Wasserspiele ins Gespräch brachte; Brecht hat seinerzeit auch so manches Ungetüm versyntaktet, aber wem Hemingway nichts sagt, dem muss ich mit Brecht wohl auch nicht kommen). So musste ich damals lange über Sinn und Relevanz der Keynote pondern (siehe Anmerkung oben), um schließlich messerscharf zu folgern, dass sich ein Kontext zur re:publica nur platitüdenhaft herstellen ließ (jeder ist seines eigenen Designs Schmied, oder so ähnlich). Dieses Jahr gab es zum Ausgleich dafür eine Diskursklatsche vom Allerfeinsten.

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Resonanz im Zeitalter der Trolle

Zu den unwiderlegbarer Beweisen für die Globalisierung müssen sicherlich die Trollmigrationsbewegungen der letzten Jahre gezählt werden. Waren die Trolle früher noch mit dem Foltern von Heinzelmännchen in schneeumstobenen skandinavischen Birkenhainen ausgelastet, zogen sie vermutlich im 18. Jh. gen Süden und begannen im Jahre 1947 mit dem Bau von Automobilen. (Da Trolle in Schweden nicht der Meldepflicht unterliegen, zählt die Stätte größten Trollwirkens laut Wikipedia noch immer nur 57 Einwohner.) Als schließlich abzusehen war, dass die Trollmobile keine Zukunft mehr haben, schlossen sich viele Autotrolle ihren Cousins, den Foren- und Internettrollen an. Die Trollforschung, u. A. sachkundig betrieben von Sascha Lobo, beschäftigt sich mit den Auswüchsen dieses Aufeinandertreffens.

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„Wo arbeitet der denn heute?“ – „In Gedanken, Chef, ganz in Gedanken!“

Wen juckt's, ob ich hier arbeite...

Warum ich meinen Arbeitsplatz sowieso überall mit hinnehme, ob ich es will oder nicht, und warum ich nicht jeden Tag ins Büro gehen sollte. Mein Beitrag zur Blogparade von uns Netmedianern.

Kennen Sie das auch? Jemand fragt Sie auf einem geselligen Beisammensein, was Sie beruflich so treiben und nach den ersten drei einleitenden Sätzen sehen Sie in den Augen des Fragenden so einen eigenartigen Ausdruck aus dem emotionalen Bermudadreieck zwischen Argwohn, „Hätte ich bloß nicht gefragt“ und blankem Entsetzen? Das geht Ihnen auch manchmal so? Ehrlich? Willkommen in meiner Welt.

Ich habe vieles ausprobiert, vom Kommunikationsstrategen über Social Workplace und Enterprise 2.0 Consultant bis hin zum Organisations- und Unternehmensberater. Es hilft nix. Die meisten suchen fieberhaft nach der passenden Schublade und wenn sie die nicht finden, dann schlagen sie günstigstenfalls eine vor. Und so landete ich neulich bei einem Insider in der Schublade „Knowledge Worker“ und kam nicht wieder raus. Warum ich da aber überhaupt rauswollte, dämmerte mir selber erst später und ich glaube, es gibt da Klärungsbedarf.

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Und nun?

Wohin soll die Reise gehen?

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig überwältigt bin. Dachte ich bis letzte Woche noch, ich könnte hier ganz unbehelligt auf meiner Blogwolke herumlümmeln und gelegentlich kleine Giftpfeile über den Rand werfen, wurde ich von ungeahnter Resonanz und daraus resultierender Erkenntnis heimgesucht: Menschen lesen meinen Blog! Echte Menschen! Und Prominente! Und Trolle.

Früher dachte ich immer, dass diese Gelüste nach fünfzehn Minuten Ruhm, von denen Andy Warhol sprach, nur vom Fernsehen befriedigt werden könnten, aber damit war es wohl spätestens nach Aufkommen der Privatsender vorbei, weil da immer alle was anderes geguckt haben als die fünfzehn Minuten des Nachbarn. Und Ruhm ohne Zuschauer ist eben eine zweifelhafte Sache. Mittlerweile ist Fernsehen ohnehin auf dem Weg, den der Zirkus schon lange hinter sich gelassen hat. (Für alle jungen Leser: Zirkus war eine Tier- und Akrobatikshow in einem zugigen Zelt, in das man seine Kinder mitnahm, um seine eigene nostalgische Wehmut zu bedienen.)

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Der König ist tot – lang lebe der König

Wo ist die Krone? Wo ist die KRONE???

Unlängst weilte ich zwecks Wahrung der öffentlichen Sache an König Saschas Hof und berichtete darüber. Leider hatte ich es versäumt mich rechtzeitig um eine Audienz zu bemühen, denn ein Herrscher, der sich ganz ungeniert mit „Gockelfrisur, Halbargentinier, Feminist, für mich völlig selbstverständlich und logisch“ beschreibt, ist einer, den man kennenlernen sollte. Seither verfolge ich sporadisch seiner Majestät Dekrete, die er durch den Herold, womöglich gar den Seneschall unter den digitalen Medien verbreiten lässt. Und normalerweise denke ich mir was dazu, wie „och, ja, kann man so sehen“ oder „pfff, hmmm, naja“, mal auch „ach, herrje“ und manchmal ist sogar ein „hihi“ dabei. Alles in Allem sind des Königs Ausführungen genau so wie man sie von einem mit etwas Verstand gesegneten Potentaten erwarten darf: mit schön recherchierten Bonmots garniert, um kulturgeschichtliche Zitate gerankt, meist ohne erkennbare Position, ein bisschen um Aufmerksamkeit heischend, dabei immer scharfzüngig und zum Mitschunkeln.

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Wir werden alle sterben…

Is the person in this picture your friend Miyamoto Musashi?

Die Erde ist gerade dabei ihre Umlaufbahn zu verlassen, um sich in die Sonne zu stürzen. Ich spüre das ganz deutlich schon seit Längerem, aber Gewissheit habe ich erst seit heute: Facebook hat den Endsieg gegen die Privatsphäre errungen, indem es uns alle zu willenlosen Vorschlags-Taggern macht. Nachzulesen ist das hier oder hier oder, deutlich reflektierter und darum empfohlen, hier. Ich bin empört und verurteile aufs Schärfste, dass da jemand etwas tut, was mit den Einzelheiten meiner Privatsphäre, die ich ihm selber täglich mitteile, zu tun hat. Schlimm ist das. Pfui. Schande über dich, Facebook, verflucht seist du und deine Nachkommen.

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